Bürger:innenumfrage

Alle Teilnehmenden verfügen über mindestens eine eigene, dezentrale Heizungsanlage. Den größten Anteil stellen Öl- und Gasheizungen dar, die zusammen rund 71 % der Systeme ausmachen (ohne Berücksichtigung sekundärer Heizungen). Erdgas ist mit 61 % stark vertreten, was auf die weite Verbreitung leitungsgebundener Erdgasheizungen hinweist. Es folgen 12 % für Heizöl. Danach entfallen 24 % auf Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien. Davon nutzen 3 % Biomasse (z. B. Pellets oder Holzhackschnitzel), während 21 % auf Umweltwärme, Solarthermie oder oberflächennahe Geothermie zurückgehen.

Abbildung 47:  Frage – Welcher Energieträger kommt bei der Heizungsanlage zum Einsatz?

Rund 32 % der Teilnehmenden berichten, dass ihre Feuerstätte bereits 20 Jahre oder älter ist. Auf die Frage, ob in den kommenden Jahren energetische Sanierungsmaßnahmen zur Reduzierung des Wärmebedarfs geplant sind, gaben 21 % der befragten Gebäudeeigentümer an, entsprechende Vorhaben umzusetzen. Insbesondere die Modernisierung der Heizungsanlage und die Erneuerung der Fenster wurden genannt. Sowohl Dach-, Fassaden-, obere Geschoss-, Keller- als auch Innendämmung spielen eine geringere Rolle.

In der Umfrage wurden die Bürger auch nach ihrer Einschätzung zu geeigneten Energieträgern für Hohenhameln gefragt. Die größte Zustimmung erhielt dabei Umweltwärme, beispielsweise durch Wärmepumpen. Ebenfalls positiv bewertet wurde Strom aus erneuerbaren Energien. Fossile Energieträger wie Heizöl und Kohle werden hingegen mehrheitlich als ungeeignet angesehen. Erdgas wird teilweise noch als Übergangslösung akzeptiert, langfristig jedoch aufgrund steigender CO₂-Preise und sinkender Anschlusszahlen zunehmend unattraktiv. Ähnlich fällt die Einschätzung zu Wasserstoff aus – hier überwiegt Unsicherheit und ein hoher Informationsbedarf besteht. 

Abbildung 48: Frage – Welche Energiequellen halten Sie in Bezug auf eine zukunftsfähige Wärmeversorgung generell in Ihrer Gemeinde für geeignet?

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Hohenhameln haben im Rahmen der Umfrage vielfältige Anregungen und Wünsche zur künftigen Ausgestaltung der Wärmeversorgung eingebracht. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien – wie Biogas und Windkraft – sowie die gezielte Nutzung regional verfügbarer Ressourcen, etwa die Einbindung industrieller Abwärme.

Sowohl zentrale als auch dezentrale Lösungsansätze wurden diskutiert. In Neubaugebieten sehen viele Befragte Potenzial für die Anbindung an Wärmenetze, während im Gebäudebestand vor allem hybride Heizsysteme – also Kombinationen aus bestehenden Anlagen und erneuerbaren Technologien – als realistische Übergangslösung eingeschätzt werden.

Zwei Aspekte erweisen sich dabei als besonders bedeutsam: die finanzielle Tragbarkeit der Maßnahmen und die Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, halten viele Teilnehmende staatliche Förderprogramme sowie eine möglichst unkomplizierte Umsetzung für unerlässlich.

Kathi Siebert 
Fachbereich Bauen und Umwelt

Tobias Kade
Projektbearbeiter, Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)