Bestandsanalyse – Wo steht Hohenhameln heute?

Die Bestandsanalyse zeigt, wie die Wärmeversorgung in der Gemeinde Hohenhameln aktuell aussieht. Dafür wurden Gemeindestruktur, Gebäudebestand, Heizsysteme, Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen untersucht.

Gemeinde und Gebäude

  • Die Gemeinde Hohenhameln umfasst 69,54 km² und hat 9.590 Einwohner:innen
  • Das Gemeindegebiet gliedert sich in elf Ortsteile. 
  • Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt im Ortsteil Hohenhameln (ca. 3.500 Einwohner:innen), gefolgt von Clauen und Mehrum mit jeweils rund 1.150 Einwohner:innen. 
  • Die Siedlungsstruktur ist überwiegend ländlich geprägt, mit locker bebauten Ortskernen und einem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern.
  • Insgesamt 10.837 Gebäude, davon 4.283 Gebäude mit Wärmebedarf. 
  • Beheizte Gebäude nach Nutzungsart: 
  • 77% Wohngebäude
  • 19 % Gewerbe, Handel und Dienstleistungen
  • 2 % Industrie
  • 2 % öffentliche Gebäude
  • Wohngebäude:
  • rund 61% Ein- und Zweifamilienhäuser
  • rund 16 % Mehrfamilien- und Reihenhäuser
    • Rund 54% der Wohngebäude wurden vor 1979 errichtet, ein hoher Anteil sogar vor 1919. 
  • Nur etwa 1,5 % der beheizten Gebäude stehen unter Denkmalschutz, der überwiegende Teil ist uneingeschränkt sanierbar.
  • Energieeffizienz:
  • Der Großteil der Gebäude liegt in den mittleren Effizienzklassen DE.
  • Rund 22 % befinden sich in energetisch schlechten Klassen (F–H).
  • Die Wärmeversorgung wird weiterhin klar von fossilen Energieträgern dominiert:
    • 57 % Erdgas, 24 % Heizöl
  • Wärmepumpen kommen in rund 4 % der Gebäude zum Einsatz.
  • Gebäude- und Wärmenetze spielen bisher nur eine untergeordnete Rolle.
  • 40 % der Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre – in den kommenden Jahren besteht ein hoher Erneuerungsbedarf.
  • Erdgasnetznahezu flächendeckend im Gemeindegebiet (Ausnahme: Ortsteil Rötzum). 
  • Wärmenetze
    • Nahwärmenetz Bierbergen („Hof Decker“), betrieben mit Biogas-BHKW
    • Gebäudenetz im Ortsteil Hohenhameln (Bio-Energie Harber GmbH & Co. KG)
  • Zentrale Wärmeerzeugung: 
    • 7 Biogas- bzw. Biomethan-BHKW (gesamt ca. 3,7 MWth)
    • 2 erdgasbetriebene BHKW im industriellen Bereich
  • Gesamter jährlicher Wärmebedarf: 127,8 GWh (Ohne Zuckerfabrik Clauen ~276GWh)
    • Wohngebäude: rund 54%
    • Gewerbe, Handel, Dienstleistungen: rund 30 %
    • Öffentliche Gebäude: rund 5 %
  • Bedarf nach Art: überwiegend Raumwärme, Warmwasser nachgeordnet 
  • Treibhausgasemissionen:
    • Insgesamt rund 33.300 t CO₂‑Äquivalente pro Jahr
    • Entspricht ca. 3,5 t CO₂‑Äquivalente pro Einwohner:in
    • Hauptverursacher ist der Wohnsektor

Treibhausgasemissionen OHNE Nordzucker

Hohenhameln weist einen teils älteren Gebäudebestand und einen erkennbaren Sanierungsbedarf auf. Die Wärmeversorgung ist stark von fossilen Energieträgern abhängig, Wärmenetze und erneuerbare Energien sind bisher wenig etabliert. Der Austausch alter Heizungsanlagen und die Nutzung lokaler Wärmequellen bieten großes Potenzial für CO₂‑Einsparungen.

Kathi Siebert 
Fachbereich Bauen und Umwelt

Tobias Kade
Projektbearbeiter, Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)