Potenzialanalyse – Welche Chancen hat Hohenhameln?

Die Potenzialanalyse zeigt, welche Möglichkeiten die Gemeinde Hohenhameln hat, künftig mehr erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung zu nutzen und den Energiebedarf zu senken. Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Ergebnisse. 

Durch energetische Sanierungen (z. B. Dämmung, neue Fenster, effizientere Heizungen) kann der Wärmebedarf von Wohngebäuden langfristig deutlich gesenkt werden. 

  • Bei einer Sanierungsrate von 1% pro Jahr wäre bis 2045 eine Einsparung von rund 13,1% möglich. 
  • Bei einer Sanierungsrate von 5% pro Jahr wären rund 38,5% Einsparung möglich. 
  • Die Investitionskosten liegen – je nach betrachteten Sanierungspfaden  – bis 2045 bei etwa 151 bis 303 Mio..

Photovoltaik erzeugt Strom, der die Wärmewende indirekt unterstützen kann (z. B. über Wärmepumpen oder Power-to-Heat). 

  • Dachflächen-PV: rund 108,6GWh Strom/Jahr nutzbar. 
  • Freiflächen-PV: kein nutzbares Potenzial, technisch jedoch theoretisch rund 830GWh/Jahr möglich.
  • Bereits installiert: ca. 9,3 MW Dach‑PV (ca. 8,2 GWh/Jahr) und ca. 5,9 MW Freiflächen‑PV (ca. 5,2 GWh/Jahr).
  • Einschränkungen bestehen u. a. durch begrenzte Dachflächen (inkl. Konkurrenz zur Solarthermie), bauliche Voraussetzungen sowie Nutzungskonflikte bei Freiflächen (v. a. Landwirtschaft/Naturschutz). 

Solarthermie wandelt Sonnenenergie direkt in Wärme um (meist für Warmwasser/Heizungsunterstützung; bei Freiflächen auch für Wärmenetze in Kombination mit Speicher). 

  • Dachflächen-Solarthermie: rund 26,2GWh Wärme/Jahr nutzbar. 
  • Freiflächen-Solarthermie: nutzbar rund 62,6GWh Wärme/Jahr
  • Einsatz meist zur Unterstützung von Heizungen oder Warmwasserbereitung; saisonale Schwankungen möglich.

Biomasse kann Wärme (und teils Strom) bereitstellen, ist aber durch ökologische, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen begrenzt. 

  • Theoretisch nutzbares Potenzial: rund 58,8GWh Wärme/Jahr, überwiegend aus landwirtschaftlicher Biomasse. 
  • Nutzung vor allem für kleine dezentrale Lösungen möglich.
  • Politische, wirtschaftliche und ökologische Einschränkungen begrenzen aktuell den Ausbau.

Umweltwärme ist eine zentrale Option für eine treibhausgasneutrale, dezentrale Wärmeversorgung – benötigt jedoch Wärmepumpen und passende Rahmenbedingungen (Fläche, Schallschutz, Schutzgebiete). 

  • Luft-Wärmepumpen: 133GWh Wärme/Jahr dezentral einsetzbar. 
  • Oberflächennahe Geothermie (Erdwärme): 78,5GWh Wärme/Jahr dezentral einsetzbar.
  • Gewässerthermie: kein nutzbares Potenzial.
  • Abwasserthermie: nutzbares Potenzial von rund 1,1 GWh Wärme/Jahr an der Kläranlage Mehrum; weitergehende Nutzung prüfbedürftig. 
  • Tiefengeothermie: Es bestehen potenzielle hydrothermische Potenziale, gleichzeitig wird eine Nutzung für Hohenhameln mittelfristig als unwahrscheinlich eingeschätzt. Petrothermisches Potenzial ist nicht realistisch erschließbar.

Mit einer Kombination aus energetischer Sanierung, dem Ausbau von PhotovoltaikSolarthermieBiomasse sowie vor allem Umweltwärme (Wärmepumpen) kann Hohenhameln den Wärmebedarf langfristig deutlich senken und einen großen Teil der Wärmeversorgung erneuerbar gestalten.  

Kathi Siebert 
Fachbereich Bauen und Umwelt

Tobias Kade
Projektbearbeiter, Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)